Ernährungsberatung Elisabeth Grois
Ernährung, die Gesundheit schafft → wissenschaftlich, individuell, alltagsnah.


Ernährungstherapie bei Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes


Der Magen-Darm-Trakt ist weit mehr als ein Verdauungsorgan. Er beeinflusst unser Immunsystem, unseren Stoffwechsel, unseren Hormonhaushalt und sogar unsere psychische Stabilität.

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen – Blähungen, Schmerzen, Durchfall, Verstopfung, Sodbrennen oder chronische Entzündungen sind häufige Symptome.

Eine gezielte, wissenschaftlich fundierte Ernährungstherapie kann Beschwerden deutlich lindern, Entzündungsprozesse regulieren und die Darmfunktion nachhaltig stabilisieren.


Warum Ernährung bei Magen- und Darmerkrankungen so entscheidend ist

Der Gastrointestinaltrakt erfüllt wesentliche Funktionen:

  • Resorption von Makro- und Mikronährstoffen
  • Regulation immunologischer Prozesse
  • Aufrechterhaltung der intestinalen Barrierefunktion
  • Interaktion mit dem intestinalen Mikrobiom

Störungen dieser Funktionen können zu chronischen Beschwerden, systemischer Entzündungsaktivität und metabolischen Dysregulationen führen. Die Ernährung beeinflusst diese Mechanismen direkt und stellt daher einen therapeutisch relevanten Ansatz dar.


Reizdarmsyndrom (RDS)

Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Störung mit abdominalen Schmerzen, Blähungen und veränderter Stuhlfrequenz. Auch ohne strukturelle Veränderungen besteht eine erhöhte viszerale Sensitivität sowie häufig eine veränderte Mikrobiomzusammensetzung.


Eine differenzierte Ernährungstherapie – beispielsweise mit strukturierter FODMAP-Reduktion und individueller Ballaststoffanpassung – kann die Symptomlast signifikant reduzieren. Ziel ist eine langfristige Stabilisierung der Darmfunktion ohne unnötige Restriktionen.


Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)

CED sind durch rezidivierende Entzündungen der Darmschleimhaut gekennzeichnet. Neben der medikamentösen Therapie kommt der Ernährung eine wichtige unterstützende Rolle zu:

  • Sicherstellung einer adäquaten Energie- und Nährstoffzufuhr
  • Prävention von Mangelernährung
  • Reduktion mechanischer und entzündlicher Reize
  • Unterstützung der Remission


Eine individualisierte Ernährungstherapie orientiert sich am Krankheitsstadium und an aktuellen ernährungsmedizinischen Empfehlungen.


Gastritis und gastroösophageale Refluxerkrankung (GERD)

Bei entzündlichen oder funktionellen Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltraktes dient die Ernährung in erster Linie der Schleimhautschonung und Symptomkontrolle.


Anpassungen von Mahlzeitenfrequenz, Portionsgröße, Fettgehalt und individuell unverträglichen Lebensmitteln können die Säureexposition reduzieren und die Beschwerden deutlich verbessern.


Funktionelle Verdauungsbeschwerden

Blähungen, Völlegefühl, Obstipation oder Diarrhö beruhen häufig auf komplexen Wechselwirkungen zwischen Motilität, Mikrobiom, Ernährungsmustern und Stressfaktoren.


Eine strukturierte Ernährungsanalyse ermöglicht es, individuelle Auslöser zu identifizieren und gezielt zu regulieren, anstatt pauschale Diäten zu empfehlen.


Prävention von Nährstoffdefiziten

Bei chronischen Magen- und Darmerkrankungen besteht ein erhöhtes Risiko für Mangelzustände, insbesondere bei:

  • Eisen
  • Vitamin B12
  • Vitamin D
  • Folsäure
  • Zink

Die Ernährungstherapie berücksichtigt diese Risiken systematisch und trägt zur langfristigen Stabilisierung des Ernährungsstatus bei.


Zielsetzung der Ernährungstherapie

Die Ernährungstherapie verfolgt folgende therapeutische Ziele:

  • Reduktion gastrointestinaler Symptome
  • Stabilisierung der intestinalen Barriere
  • Modulation entzündlicher Prozesse
  • Optimierung der Nährstoffversorgung
  • Verbesserung der Lebensqualität

Sie ergänzt die medizinische Behandlung und ist in vielen Fällen ein wesentlicher Bestandteil eines ganzheitlichen Therapiekonzeptes.